Vor einigen Tagen habe ich einen Blogeintrag über Umbraco, ein CMS auf Basis von ASP.NET, geschrieben. Seither bin ich von einigen Personen gefragt worden, warum ich ausgerechnet Umbraco als verhältnismäßig unbekanntes CMS präferiere, und was aus meiner Sicht gegen den Einsatz eines deutlich bekannteren Systems wie beispielsweise DotNetNuke spricht.
Das Interessante an dieser Frage ist, dass ich sie nicht aus dem Stegreif beantworten konnte, sondern lediglich auf mein Gefühl verweisen konnte, dass Umbraco das bessere System sei. Nachdem mich diese Frage nun in den vergangenen Tagen immer wieder beschäftigt hat, bin ich inzwischen zu einer Antwort gekommen, die ich rational begründen kann.
Zunächst muss jedoch eine andere Frage beantwortet werden, nämlich, was die grundlegende Aufgabe eines CMS ist. Vertraut man auf Wikipedia, so lautet die Antwort:
Ein Content-Management-System (kurz CMS [...]) ist ein Anwendungsprogramm, das die gemeinschaftliche Erstellung und Bearbeitung des Inhalts von Text- und Multimediadokumenten ermöglicht und organisiert, [...] Der darzustellende Informationsgehalt wird in diesem Zusammenhang als Content (Inhalt) bezeichnet.
Relevant ist dabei meiner Meinung nach insbesondere weniger das, was in dieser Definition genannt wird, als vielmehr das, was in dieser Definition nicht genannt wird. Folgt man nämlich strikt dieser Definition eines CMS, so beschäftigt sich ein CMS ausschließlich mit dem reinen Inhalt, aber nicht mit der grafischen Repräsentation oder den zugehörigen Workflows - genau dies besagt schließlich auch der Begriff CMS.
Die gängigen Content Management Systeme am Markt erfüllen diese Definition jedoch nicht. Zwar ist es mit allen Systemen möglich, Content zu verwalten, aber die meisten Systeme liefern darüber hinaus noch eine Unmenge an Modulen mit, die für die grafische Repräsentation oder für Workflows zuständig sind. Sobald man versucht, sich außerhalb der Grenzen dieser Module zu bewegen, wird der Weg sofort steinig und häufig auch unnötig schwer.
An dieser Stelle weicht Umbraco ganz eklatant von dem für Content Management Systeme üblichen Weg ab: Die grafische Darstellung obliegt vollständig dem Designer der Lösung, insbesondere verändert Umbraco die vorgegebene Darstellung in keiner Weise. Das System beschränkt sich darauf, seine Kernaufgabe zu erfüllen, nämlich das Verwalten des Contents - aber nicht mehr.
Diese strikte Trennung von Content und Darstellung, die sich bei Umbraco direkt im System findet, hat zur Folge, dass es zwar zunächst ein wenig aufwändiger ist, eine Lösung zu erstellen, dass der eigenen Kreativität aber zugleich auch keinerlei Schranken auferlegt werden. Und genau dieser Fakt ist es, was mir an Umbraco wesentlich besser gefällt als an den meisten anderen Content Management Systemen: Die Konzentration auf das Wesentliche.