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Review von Cloud Computing mit der Windows Azure Platform

Dienstag, 5. Januar 2010, 14:51 Uhr
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Nachdem ich vor knapp zwei Wochen einen Review über das Buch Pragmatic Unit Testing veröffentlicht habe, begann ich mit der Lektüre des nächsten Buchs: Cloud Computing mit der Windows Azure Platform von Holger Sirtl.

Der Untertitel verspricht Informationen zu der Entwicklung, der Integration und dem Betrieb cloud-basierter Anwendungen – was dann jedoch auf den ersten 75 Seiten mehr als ausreichend beschrieben wird, sind die allgemeinen Vor- und Nachteile von Clouds im Allgemeinen und von Windows Azure im Speziellen.

Obwohl dies prinzipiell nicht verkehrt ist, weist es die Tendenz für den weiteren Verlauf des Buchs: Der Inhalt, der auf rund 350 Seiten vermittelt wird, würde problemlos auf 200 Seiten passen, würden die ständigen Wiederholungen entfallen. Ungewollt beschleicht einen immer wieder das Gefühl, bestimmte Formulierungen schon einmal gelesen zu haben.

Sobald das Buch zu seinem fachlichen Teil kommt, steigt die Qualität des Inhalts deutlich an: Alle wichtigen Konzepte von Windows Azure werden erläutert und mit Beispielen demonstriert:

  • Web Role und Worker Role
  • Blobs, Tables und Queues
  • Live Services
  • .NET Service Bus
  • .NET Access Control
  • Deployment

Allerdings lässt das Buch auch hierbei einen kompakten Schreibstil vermissen und besteht zum Großteil aus den immer gleichen Formulierungen.

Vermisst habe ich bei dieser Ausführlichkeit einige grundlegende Erklärungen, speziell das Kapitel zu den Live Services erläutert zahlreiche Begriffe nur äußerst knapp und verwendet diese danach wie selbstverständlich – für jemanden, der noch nie mit Windows Live entwickelt hat, gestaltet sich dieses Kapitel dadurch verhältnismäßig schwierig.

Abgerundet werden diese Themen durch einige Beispiele für den Software plus Services-Ansatz, vom Desktopclient über Web- bis hin zu mobilen Anwendungen ist alles dabei, was für einen Entwickler interessant sein könnte. Auch das Thema Interoperabilität mit Java, PHP und Ruby wird angesprochen.

Insgesamt erhält man einen guten Überblick zu Windows Azure, dem es allerdings auf der einen Seite teilweise an Tiefe fehlt, und der auf der anderen zu sehr in die Länge gezogen ist. Sofern man sich damit arrangieren kann, ist das Buch kein schlechter Einstieg in Windows Azure – wer ein rundum empfehlenswertes Buch erwartet, sollte Abstand nehmen.

Weihnachtsgewinnspiel: IT, quo vadis?

Mittwoch, 19. November 2008, 20:41 Uhr
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Noch hat sich das Jahr 2008 nicht endgültig seinem Ende entgegen geneigt, doch die Tage werden zunehmend kürzer und kälter, und der Winter bricht auf absehbare Zeit über uns herein. Der Unwirtlichkeit dieser Jahreszeit zum Trotz bietet es sich an, es sich zu Hause mit Lebkuchen und Glühwein vor dem Kamin gemütlich zu machen, und die rasanten Fortschritte der vergangenen Monate in der Softwareentwicklung zu überdenken.

Das Jahr 2008 hat uns von diesen Fortschritten ausgesprochen viele gebracht, nicht zuletzt auf der PDC 2008 in Form von Windows Azure. Doch nicht nur die Server-, auch die Clienttechnologien haben riesengroße Sprünge gemacht: Von Silverlight als Webtechnologie bis hin zu Surface als neuartiges und hochflexibles Eingabemedium reicht dabei die Spannbreite.

Dass all diese Technologien die zukünftige Entwicklung von Software maßgeblich beeinflussen werden, steht außer Frage. Eine wichtige Frage, die jeder Entwickler individuell für sich beantworten muss, ist die Frage, welche dieser Technologien einen näheren Blick Wert sind: Welche dieser Technologien sind relevant für die eigene, persönliche Zukunft? Denn die Zeit, in der man .NET als Ganzes überblicken und beherrschen konnte, ist spätestens mit .NET 4.0 endgültig vorbei.

Die meiner Meinung nach spannendste Frage, die man im Hinblick auf all diese Technologien stellen kann, ist jedoch eine andere als die bislang genannten. Die für mich spannendste Frage lautet:

Welche Lösungen werden wir Menschen zukünftig auf Basis von Technologien wie Windows Azure, .NET 4.0 und Surface finden können, um die Welt ein bisschen besser zu machen?

Diese Frage möchte ich als Basis für mein diesjähriges Weihnachtsgewinnspiel auf Des Eisbären Blog wählen.

Alle Leser, die mir bis zum 24. Dezember 2008 um 18 Uhr eine E-Mail mit potenziellen Antworten auf diese Frage an webmaster@goloroden.de schicken, nehmen an dem Gewinnspiel teil. Bewertet werden so wohl Kreativität wie auch Umsetzbarkeit der Ideen.

Unter allen Teilnehmern werden folgende Preise verlost, die von Microsoft Deutschland und der Redaktion der dotnetpro zur Verfügung gestellt wurden:

  • 1x Microsoft Flight Simulator X Professional
  • 1x Microsoft Windows Live OneCare
  • 10x jeweils eine Ausgabe der dotnetpro

Ich wünsche allen Lesern viel Fantasie und Erfolg!

PDC 2008: Windows Azure

Montag, 27. Oktober 2008, 19:34 Uhr
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Nachdem ich gestern über die Zukunft von Windows und .NET spekuliert habe, hat der heutige Beginn der PDC 2008 die ersten Fragen beantwortet: Die Zukunft liegt auch für Microsoft im Cloud Computing und heißt Windows Azure. Doch was verbirgt sich hinter Windows Azure?

Windows Azure ist eine neue Edition von Windows, die nicht für Entwickler, ISVs oder Endkunden gedacht ist, sondern die ausschließlich in Microsofts Rechenzentren läuft. Windows Azure bietet Entwicklern und ISVs eine Infrastruktur, um Anwendungen und Dienste in der Cloud, wie Microsoft es nennt, zu hosten.

In der Cloud können so wohl Rechenzeit wie auch Speicherplatz gebucht werden, wobei in der finalen Version eine Abrechnung nach Nutzung stattfinden wird. Da die Cloud in Microsofts Rechenzentren läuft, steht hiervon quasi unbegrenzt viel zur Verfügung, was die bisher gängigen Hardwareprobleme der Skalierbarkeit einer eigenen Lösung auf einen Schlag behebt.

Ergänzt wird Windows Cloud durch die Integration diverser Dienste: So wird beispielsweise mit den SQL Server Data Services eine in der Cloud laufende Datenbank angeboten. Außerdem gibt es noch die sogenannten Windows Live Services und die .NET Services, die beispielsweise Dienste zum Identitätsmanagement, soziale Dienste und Konnektivitätsdienste anbietet.

Windows Azure basiert bei all dem auf bekannten und damit auch etablierten Technologien wie .NET, SOAP, REST, XML und RSS, wobei als Entwicklungsumgebung wiederum Visual Studio verwendet wird, so dass sich Entwickler, die bislang auf Basis von .NET gearbeitet haben, nicht all zu sehr umgewöhnen müssen.

Auch wenn derzeit Visual Studio und .NET die einzige Möglichkeit darstellen, auf Windows Azure und die Cloud zuzugreifen, wird sich dies bis zur finalen Version ändern: Die Plattform wird vollkommen offen sein, so dass beliebige Sprachen und Werkzeuge von Drittanbietern integriert werden können. Zunächst soll vor allem Unterstützung für Python und Eclipse hinzukommen.

Interessant fand ich die Aussage, dass Windows Azure bereits seit etlichen Jahren entwickelt wird, was meine gestrigen Spekulationen gar nicht so abwegig erscheinen lässt. Insgesamt denke ich, dass Microsoft mit Windows Azure ein riesengroßer Schritt in die absolut richtige Richtung gelungen ist, der zudem längst überfällig war.

Insbesondere die von Microsoft stets perfekte Integration aller Produkte und Dienste könnte Windows Azure im Vergleich zu den Mitbewerbern wie Amazon oder Google den entscheidenden Vorsprung verschaffen - doch dies muss die Zukunft zeigen ...

Details zu Windows Azure wie auch ein erster CTP finden sich auf der entsprechenden Webseite, die seit heute verfügbar ist.

PDC 2008: Die Zukunft von Windows und .NET

Sonntag, 26. Oktober 2008, 21:31 Uhr
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Morgen beginnt mit der Professional Developers Conference 2008 die größte hauseigene Konferenz von Microsoft, auf der vor allem die Zukunft von Windows, .NET und den damit verbundenen Diensten vorgestellt wird. Außer einigen vagen Informationen zu Windows 7 und .NET 4.0 ist im Vorfeld noch nichts wirklich relevantes bekannt geworden.

Zum Auftakt hat Microsoft vorgestern ein neues Logo für .NET vorgestellt, das die Aspekte Konsistenz, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit von .NET unterstreichen soll, und zudem die Nähe zu den neuen Kerntechnologien Silverlight und Surface ausdrücken soll:

LogoDotNet

Prinzipiell ist an der Tatsache, dass Microsoft ein neues Logo für .NET vorstellt, nichts all zu ungewöhnliches zu finden – auch wenn die Anzahl der entsprechenden Blogeinträge in den vergangenen zwei Tagen anderes impliziert. Aus diesem Grund werde ich im Weiteren nicht näher auf die Tatsache eingehen, dass es ein neues Logo gibt, sondern mich mit der Frage beschäftigen, was dieses neue Logo symbolisieren könnte.

Denn, um ehrlich zu sein, all zu viel Nähe zu den Begriffen Konsistenz, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit kann zumindest ich in dem neuen Logo nicht entdecken. Auch die Erklärung, dass es einer Welle ähneln soll, halte ich für nicht ausreichend – denn welchen Bezug hat .NET zu einer Welle?

Auffällig finde ich, dass das Logo einer DNS-Doppelhelix ähnelt, wenn man es um 90° zur Seite neigt – auch wenn dies außer mir anscheinend noch niemandem aufgefallen ist. Angenommen, diese Ähnlichkeit wäre beabsichtigt, welche Aussage über .NET könnte dann in diesem Logo stecken?

Verschafft man sich einen Überblick über die diversen Technologien von Microsoft der vergangenen Jahre, so fällt auf, dass es schon einmal eine Technologie mit Bezug zur DNS gab: Windows DNA, laut Wikipedia ein Überbegriff für alle Technologien, durch welche die Interaktion von Windows mit dem Internet ermöglicht wird.

Interessant ist dabei nicht nur, dass laut Wikipedia ebendiese Technologie von .NET abgelöst wurde, was auch den Ursprung des Namens von .NET erklärt, sondern insbesondere auch, dass die von Microsoft nun verfolgte Strategie viel tiefere Wurzeln haben könnte, als zunächst denkbar wäre.

Als .NET vor sechs Jahren in der ersten Version veröffentlicht wurde, wurde für einige Zeit vermutet, dass .NET zum einen der Nachfolger der klassischen Win32-API sei, und dass Microsoft zum anderen sämtliche Anwendungen nach und nach auf .NET migrieren würde. Weder das eine noch das andere ist bislang eingetreten, und daran wird auch Windows 7 nichts ändern.

Neben Windows 7 wird jedoch auf der PDC noch ein zweites Windows eine ausgesprochen wichtige Rolle spielen: Windows Cloud, das von Steve Ballmer als Betriebssystem für das Internet angekündigt wurde. Auch wenn derzeit noch niemand weiß, was genau sich hinter Windows Cloud verbirgt, so steht fest, dass es die Basis für die serverseitige Zukunft von Microsoft im Web werden wird.

Windows Cloud wiederum wird auf einer Weiterentwicklung von .NET basieren, zudem steht mit Silverlight nun eine auf .NET basierende Technologie für das Frontend im Web zur Verfügung. Windows Cloud und Silverlight stellen damit die Basis für Microsofts Erfolg im Internet dar, oder – pathetisch gesprochen – sie bilden die Grundbausteine des digitalen Lebens, eben die DNS, womit sich der Kreis zu guter letzt schließt.

Insgesamt würde das bedeuten, dass Microsoft im Hintergrund bereits viel länger an einer entsprechenden technologischen Basis für die Zukunft im Internet arbeitet, als die Live-Dienste erahnen ließen. Wenn dem so ist, dürfte das Ergebnis dementsprechend schlagkräftig ausfallen …

Wohlgemerkt, all dies ist reine Spekulation meinerseits, aber dennoch halte ich diese Überlegungen für durchaus interessant und nicht von der Hand zu weisen. Warten wir die nächsten Tage der PDC ab, vermutlich wird sich dann zeigen, welches Ziel sich Microsoft für die Zukunft gesteckt hat.