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Review von eXtreme .NET

Sonntag, 11. Juli 2010, 17:46 Uhr
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Nachdem ich mich in der jüngeren Vergangenheit eher mit Scrum denn mit Extreme Programming (XP) beschäftigt habe, war nun wieder ein Buch zu XP an der Reihe – sogar eines, das sich dediziert mit Extreme Programming in Verbindung mit der .NET-Plattform beschäftigt: eXtreme .NET von Dr. Neil Roodyn.

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik von XP beschäftigt sich das Buch in jedem Kapitel mit einer ausgewählten agilen Praktik und erläutert diese in der Theorie. Außerdem werden typische Real-World-Szenarien exemplarisch in einem fiktiven Team durchgespielt – was teilweise zwar ein wenig gestellt wirkt, dennoch aber einige gute Punkte thematisiert.

Besonders interessant wird das Buch dadurch, dass in jedem Kapitel zahlreiche Aufgaben zu der jeweiligen Praktik gestellt werden, die mit .NET und verwandten Technologien wie beispielsweise NUnit zu lösen sind.

Da eXtreme .NET bereits aus dem Jahr 2005 stammt, basieren die Beispiele zwar noch auf .NET 1.1, weshalb die Syntax teilweise etwas umständlich wirkt – dem Lerneffekt hinsichtlich agiler Methoden und XP tut dies jedoch keinen Abbruch.

Auf diese Art werden die agilen Praktiken Programmieren in Paaren, testgetriebene Entwicklung (TDD), Refaktorisieren, Spiking und kontinuierliche Integration vorgestellt und gelehrt, wobei auf testgetriebene Entwicklung besonders großen Wert gelegt wird – als einzigem Thema werden TDD zwei Kapitel zugestanden.

Abgerundet wird dieses Themenspektrum durch ein Kapitel, das sich mit der Frage beschäftigt, wie große Probleme in kleinere zerteilt werden können, und durch das abschließende Kapitel, das alle Praktiken wie auch deren Zusammenspiel in einem gemeinsamen größeren Rahmen präsentiert.

eXtreme .NET birgt für Entwickler, die sich bereits mit XP beschäftigt haben oder ein anderes Buch zu diesem Thema wie beispielsweise eXtreme Programming von Henning Wolf, Stefan Roock und Martin Lippert gelesen haben, wenig neues – für Entwickler, die auf Basis von .NET arbeiten und einen praxisnahen ersten Einstieg wagen wollen, bietet es aber eine gute Grundlage.

Da allerdings nicht alle Praktiken aus XP angesprochen werden – der Einsatz von Programmierrichtlinien, gemeinsame Verantwortlichkeit oder nachhaltiges Tempo fehlen beispielsweise – ersetzt das Buch auch nicht die Lektüre eines weitergehenden Buches.

Kurzum: Kurzweilige Lektüre für XP-Neulinge, bei der man sich aber eine neue Auflage wünschen würde, die zum einen auf einer moderneren Version von .NET basiert, und die zum anderen alle Praktiken aus XP abdeckt.